23.10.2017 14:16

14. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen

"Digital vernetzte Wirtschaft als Herausforderung für die Unternehmensorganisation“

Dr. Jochen Kuhl referierte auf der 14. Fachkräftekonferenz des Fachkräftebündnisses Südniedersachsen über „Digital vernetzte Wirtschaft als Herausforderung für die Unternehmensorganisation“. Foto: SüdniedersachsenStiftung

Fachkräftekonferenz Südniedersachsen

„Digitalisierung ist kein Hype und auch keine Krankheit – sie wird nicht einfach wieder verschwinden“ – dieses Fazit zog Dr. Jochen Kuhl am Donnerstagnachmittag auf der 14. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen, die das Regionale Fachkräftebündnis und die Göttinger Geschäftsstelle der IHK Hannover im Göttinger Ratssaal ausgerichtet haben. Der Gründer und Geschäftsführer der Dr. Kuhl Unternehmensberatung (DKUB) aus Hardegsen sprach vor gut 100 Zuhörern über „Digital vernetzte Wirtschaft als Herausforderung für die Unternehmensorganisation“. Dabei machte er deutlich, dass die digitale Transformation in den Unternehmen von oben angestoßen werden müsse: „Digitalisierung ist Chefsache.“.

Wie wichtig das Thema ist, machte Kuhl anhand einer Statistik deutlich. Demnach ist der Anteil der Unternehmen, die Probleme bei der Umsetzung der Digitalisierung haben, von 41 Prozent im Jahr 2015 auf 60 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. „Die größte Hürde ist der Fachkräftemangel, betonte Kuhl. Gefragt seien vor allem generalistische und agile Mitarbeiter mit hoher Affinität zu neuen IT-Technologien. „Dabei wird immer nebensächlicher, wie sie diese Fähigkeiten erlangt haben“, sagte der DKUB-Geschäftsführer..

Für die Unternehmen ist das zugleich Chance und Herausforderung: „Wer den Anschluss an die Digitalisierung verpasst, läuft Gefahr, Marktanteile zu verlieren“, führte Kuhl aus. Denn: „Die unternehmensübergreifende Vernetzung eröffnet neue Produkte, Märkte und Chancen.“ Dafür sei es allerdings notwendig, die Unternehmensorganisation anzupassen – „flache Strukturen statt starrer Hierarchien, offene Fehlerkultur statt geringer Risikobereitschaft und lebenslanges Lernen statt klarer Lernentwicklung mit Zeugnissen, Abschlüssen und Zertifikaten“, umriss Kuhl einige Erfolgsfaktoren der digitalen Zukunft.

Wie die digitale Vernetzung innerhalb des Fachkräftebündnisses verbessert werden kann, führte im Anschluss Tobias Broda, Bereichsleiter Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit Göttingen, aus. Er präsentierte den Arbeitsmarktmonitor der Agentur für Arbeit als Kommunikationsplattform. Dort sollen künftig Informationen bereitgestellt und ein schneller und unkomplizierter Austausch ermöglicht werden – sowohl für die Mitglieder des Bündnisses als auch für das Netzwerk der Fachkräftekonferenz..

Deren Zusammenarbeit lobte Dr. Martin Rudolph als „engagiert und sachlich“. Der Leiter der Göttinger IHK-Geschäftsstelle informierte über die aktuellen Entwicklungen im Fachkräftebündnis und gab einen Ausblick auf künftige Projekte. Die Begrüßung und das Schlusswort oblagen dem Vorstandsvorsitzenden der SüdniedersachsenStiftung, Klaus Hoffmann. Er sah in den rund 100 Anmeldungen ein deutliches Zeichen, dass das Thema Fachkräftemangel nach wie vor hochaktuell sei. „Die aktuelle Fachkräftekonferenz zeigt außerdem, dass wir ein Stück weit weg sind von den großen, plakativen Überschriften – wir befinden uns mittlerweile im Arbeitsmodus“, sagte Hoffmann mit Blick auf die vielen interessanten Projekte, die bereits laufen.

Wie vielfältig diese sind, wurde unter anderem in den je fünfminütigen Elevator Pitches deutlich, in denen Konferenzteilnehmer ihre Projekte vorstellten. Maria Eiselt präsentierte das Projekt „Integrationsmoderatorin“ der IHK, Bärbel Okatz informierte über die „Perspektive Wiedereinstieg“ der VHS Göttingen Osterode, Prof. Dr. Jürgen Bloech berichtete über den "Dualen Studiengang Soziale Arbeit“ der VWA Göttingen, Ina Langanke stellte den „FrauenInfoTag“ der Agentur für Arbeit und der Koordinierungsstelle Frauenförderung der Stadt Göttingen vor, Angelika Böttcher referierte über „DiHa 4.0 – Digitalisierung im Handel“ von VHS, GWG und SOFI Göttingen und Dr. Silke von der Heide informierte über „Berufliche Fortbildungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement“ von Bupnet und Promotio.

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